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Vor allem in der chemischen Industrie unterliegen Leitungen durch große Drücke, hohe Temperaturen und die Beschaffenheit der Medien extremer Beanspruchung. Daher ist die Instandhaltung solcher Leitungssysteme für den Betreiber und die verantwortliche Instandhaltung eine kardinale, aber leider auch komplizierte Aufgabe. Häufig müssen entstandener oder sich in der Entstehung befindlicher korrosiver Materialabtrag oder Risse

in unzugänglichen Bereichen entdeckt und überprüft werden. Defekte müssen jedoch mit vertretbarem Aufwand frühzeitig und genau geortet und bewertet werden. Dies ist nicht nur im Hinblick auf die Verfügbarkeit der betroffenen Anlagen wichtig, sondern insbesondere auch, um die Haftung für Umweltschäden infolge von Leckagen oder zum Einhalten der gesetzlichen Betreiberpflichten zu minimieren.

Wie wird bislang überprüft?

  • Kathodischer Korrosionsschutz
  • Intelligente Molchung
  • Durchstrahlungsprüfung
  • Konventionelle Ultraschall Prüfung
  • Oberflächenrissprüfung
  • Sichtprüfung, Endoskopie

Bei einer Wirtschaftlichkeitsbetrachtung und Betrachtung der Effektivität stoßen diese Verfahren jedoch schnell an ihre Grenzen: Eine Molchprüfung kommt beispielsweise für gebogene und mit Flanschen, Verzweigungen oder Armaturen versehene Rohre

unterschiedlicher Abmessung – zum Beispiel Ankerrohrtouren an Kavernenspeichern – auf keinen Fall in Betracht; darüber hinaus steht der Aufwand für den Einsatz einer Molchung zur lokalen Prüfung von Leitungen in keinem Verhältnis zu den damit verbundenen Kosten.

Grenzen der konventionellen Prüfmethoden

Besonders problematisch sind stets die nicht frei zugänglichen Rohrleitungen und Rohrleitungsabschnitte:

  • Teilweise einbetoniert
  • Mit dem Mauerwerk verbunden (Wanddurchführungen)
  • Wärmeisoliert
  • Mit Bitumen isoliert
  • Im Erdreich verlegt

Ein wesentlicher Nachteil aller bis auf die Molchprüfung erwähnten Prüfverfahren ist, dass sie nur in der Lage sind, korrosiven Materialabtrag lokal zu messen.
Dafür müssen Wanddurchführungen in Handarbeit frei gestemmt werden, Isolierungen entfernt werden und Erdreich abgetragen werden nur, um dann mit einem konventionellen Ultraschall-Prüfkopf lokal Punkt für Punkt die Rohrwand auf unzulässige Dickenverminderung

durch Korrosion oder auf Risse zu prüfen und die Ergebnisse zu dokumentieren. Gleitkufen der Auflagerschalen sowie Leitungen auf Rohrbrücken oder in Mauerdurchführungen können nur stichprobenweise oder überhaupt nicht kontrolliert werden. Für diese Problemstellung haben wir das CORRfinder Prüfverfahren entwickelt. Erneut wurde mit den Wissenschaftlern und Ingenieuren des Fraunhofer Instituts IZfP  für zerstörungsfreie Prüfverfahren in Saarbrücken, ein Ultraschall Prüfsystem auf Basis der EMUS Technologie (elektromagnetischem Ultraschall) exklusiv für uns entwickelt.

Beschreibung des Prüfsystems

Bei diesem Verfahren wird ein Prüfkopf, bestehend aus einem oder mehreren Ultraschall-Sendern und Empfängern, auf der Rohrwandung befestigt.
Diese erzeugen in der Rohrwand durch Überlagerung von Magnetfeldern und Wirbelströmen – Ausbildung der Lorentz-Kraft und Magnetostriktion – eine Ultraschall-Welle, die sich als Impuls in eine Richtung ausbreitet und die gesamte Wanddicke erfasst. Liegt in Prüfrichtung korrosiver Wandabtrag – innen oder außen – vor, wird ein Teil der Ultraschallenergie zum Prüfkopf zurückreflektiert. Diese Reflektion wird von einem Rechner ausgewertet und in Form einer Mantelabwicklung (Scan) dargestellt. Die Stärke der Reflektion ist dabei farblich kodiert. Der Prüfer hat folglich innerhalb weniger Minuten

einen ersten Überblick über den Zustand des Rohres. Die Eigenart geführter Ultraschallwellen, sich innerhalb der Rohrwandung auszubreiten, ermöglicht Rohrprüfungen unabhängig von der Oberflächengeometrie. So ist es möglich, ohne das Rohr komplett freizulegen, korrodierte Bereiche im Idealfall in einer Entfernung von bis zu 25 m (50 m in zwei Richtungen) zu lokalisieren und ihren Einfluss auf die Funktionsfähigkeit oder Haltbarkeit zu beurteilen.

Video CORRfinder

In diesem Video sehen Sie das moderne Prüfverfahren CORRfinder in der Anwendung. Es vor allem an Stellen sinnvoll, die Sie mit herkömmlichen Prüfverfahren von außen nicht erreichen können.

 

Leistungserbringung

  • Computergestützte Überwachung und Auswertung des Prüfvorganges mit kontinuierlicher Überwachung
  • Das Verfahren liefert vollständig reproduzierbare Ergebnisse
  • Das Prüfverfahren ist gem. DIN EN ISO/IEC 17025:2005 als zerstörungsfrei akkreditiert.
  • Das Prüfverfahren ist nach der International Laboratory Accreditation Cooperation ILAC anerkannt.
  • Unsere Mitarbeiter erfüllen die Anforderungen nach DIN EN 473 und ASNT

Prüfergebnis und Dokumentation

Da dieses Verfahren vollständig reproduzierbare Ergebnisse liefert, kann mit einer Wiederholungsmessung nach einiger Zeit durch Vergleich mit der vorhergehenden Messung zusätzlich die Korrosionsgeschwindigkeit ermittelt werden.Der gefertigte Scan wird gespeichert und mit einem Digitalbild des Rohres zu einem kompletten Prüfbericht zusammengefasst. Dabei ist es möglich, die Form der Dokumentation nach Kundenwunsch zu variieren.

Vorteile des Verfahrens

  • Prüfung über eine Strecke bis zu 20m (beidseitig ab Ansatzstelle des Prüfkopfs);
  • Prüfung der kompletten Leitung (Hundertprozentprüfung der Rohrwand innen und außen);
  • trockene Prüfung – ohne Koppelmittel;
  • Prüfung auch bei Rohren mit größerem Durchmesser;
  • Prüfung in laufendem Betrieb (gasförmiges oder flüssiges Medium);
  • Einsatz auch bei stark gebogenen Rohrleitungen möglich;
  • Prüfung trotz Flansch, Verzweigung, oder Armaturen (auch für Spundwanddielen geeignet);
  • Prüfung in nicht zugänglichen Bereichen (ohne Freilegen der Rohre);
  • zur Beobachtung von Veränderungen (beliebig reproduzierbare Prüfung).

Weitere Einsatzmöglichkeiten des CORRfinder Prüfsystems:

Das Verfahren ist aufgrund der langen Reichweite auch bestens geeignet zur Prüfung von Hochmasten wie:

  • Sendemaste
  • Bühnenmaste
  • Windmessmaste
  • Für Maste auf Sportstätten

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